Die CDU galt lange als eine Partei der Mitte – wirtschaftsliberal, gesellschaftlich konservativ, aber stets anschlussfähig an breite Wählerschichten. Doch in den letzten Jahren zeigt sich eine deutliche Entwicklung nach rechts. Themen wie Migration, innere Sicherheit und die Ablehnung von Gender- und Klimapolitik gewinnen innerhalb der Partei an Bedeutung, während einstige Kernwerte wie soziale Marktwirtschaft und proeuropäische Haltung in den Hintergrund treten. Ist das der Versuch, AfD-Wähler zurückzugewinnen? Und welche Folgen hat dieser Rechtsruck für Deutschland?
Lange Zeit war die CDU stolz darauf, eine klare Trennlinie zur AfD zu ziehen. Doch inzwischen sind Äußerungen aus den Reihen der Union immer häufiger kaum von denen der Rechtspopulisten zu unterscheiden. Besonders in den ostdeutschen Landesverbänden sprechen CDU-Politiker offen über mögliche Kooperationen mit der AfD, während sich führende CDU-Mitglieder auf Bundesebene schwertun, klare Grenzen zu ziehen.
Ein Beispiel ist Friedrich Merz, der 2023 noch betonte, eine Zusammenarbeit mit der AfD sei ausgeschlossen – um wenig später auf kommunaler Ebene doch Gesprächsbereitschaft anzudeuten. Diese Widersprüchlichkeit zeigt: Die CDU steckt in einem Dilemma. Einerseits will sie sich von der AfD distanzieren, andererseits fürchtet sie den Verlust konservativer Wähler.
Besonders deutlich wird der Rechtsruck der CDU in der Migrationspolitik. Während Angela Merkel noch für eine vergleichsweise liberale Flüchtlingspolitik stand, fordert die Partei nun eine „Wende“ in der Asylpolitik. Begriffe wie „Remigration“, die ursprünglich aus dem rechtsextremen Spektrum stammen, werden salonfähig.
Die CDU fordert unter anderem:
Auch bei Themen wie „Clankriminalität“ oder „Polizeibefugnisse“ rückt die Partei zunehmend auf Positionen, die früher als rechtskonservativ galten. Diese Strategie ist klar: Die CDU will mit harter Rhetorik punkten, um konservative Wähler zurückzugewinnen.
Unter Angela Merkel hatte die CDU zumindest in Teilen eine pragmatische Klimapolitik vertreten. Heute scheint sich die Partei zunehmend gegen Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu positionieren – oft mit populistischen Argumenten.
Hier zeigt sich: Statt auf innovative Klimapolitik zu setzen, betreibt die CDU zunehmend Kulturkampf gegen grüne Themen – eine Strategie, die man sonst eher von rechten Parteien kennt.
Die CDU war schon immer eine konservative Partei, doch in den letzten Jahren entwickelt sich eine zunehmend restriktive Haltung in gesellschaftspolitischen Fragen:
Dieser Wandel zeigt: Die CDU nimmt nicht nur in wirtschafts- und migrationspolitischen Fragen eine härtere Linie ein, sondern auch in gesellschaftspolitischen Themen, die für jüngere Wähler zunehmend wichtig sind.
Die CDU setzt auf eine riskante Strategie: Sie versucht, konservative Wähler von der AfD zurückzugewinnen, könnte aber gleichzeitig ihre Anhänger in der politischen Mitte verlieren.
Gefahren für die CDU:
Langfristig könnte der Rechtsruck der CDU also genau das Gegenteil dessen bewirken, was die Partei eigentlich will: Statt verlorene Wähler zurückzuholen, könnte sie neue Verluste in der Mitte erleiden.
Die CDU war einst eine Partei, die für wirtschaftliche Vernunft, soziale Marktwirtschaft und eine gemäßigte konservative Haltung stand. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt eine zunehmende Annäherung an rechte Positionen – besonders in der Migrations-, Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.
Ob das eine kluge Strategie ist, bleibt fraglich. Die CDU könnte sich mit diesem Kurs langfristig selbst schaden und ihre Glaubwürdigkeit als Volkspartei der Mitte verlieren. Wähler, die eine moderne und zukunftsorientierte Politik erwarten, könnten sich endgültig anderen Parteien zuwenden.
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